Es gibt Musikrichtungen, die man hört. Und es gibt welche, in denen man sich aufhält. Für mich ist Deep House letzteres — seit dem ersten Mal, als ich eine Larry Heard-Platte aufgelegt habe und verstanden habe, dass diese Musik nicht nach oben zieht, sondern in die Tiefe.
Was mich festhält ist die Geduld, die Deep House verlangt. Von der Produktion: kein Element zu viel, jeder Sound muss seinen Platz verdienen. Vom DJ: kein schneller Payoff, kein Drop, dem alles andere untergeordnet wird. Stattdessen eine Reise, bei der die Ankunft irgendwo in der dritten Stunde passiert, wenn alle aufgehört haben darauf zu warten.
Berlin hat mich gelehrt, dass Floors, auf denen Deep House funktioniert, seltener werden. Aber wenn es passiert — wenn der Raum, das Soundsystem und das Publikum zusammenpassen — ist nichts vergleichbar.