Ein Nachmittag mit SDR++ und einem RTL-SDR v4 auf dem Berliner Dach. Ziel: TETRA-Signale sichtbar machen, verstehen was man sieht — ohne jede Dekodierung, vollständig legal.
Was im Wasserfall erscheint:
Auf 385 MHz (Mitte BOS-Downlink-Band) zeigen sich sofort charakteristische Muster: schmale, 25 kHz breite Kanäle, in regelmäßigen Abständen nebeneinander. Kein kontinuierliches Signal wie UKW-Radio — stattdessen kurze, regelmäßige Bursts. Das ist die TDMA-Struktur: vier Zeitschlitze pro Frame, jeder 14,17 ms lang.
TDMA sichtbar machen:
Bei ausreichend Zoom im Wasserfall und hoher Zeitauflösung sind die vier Zeitschlitze tatsächlich als separate helle Streifen erkennbar. Ein Frame dauert 56,67 ms — bei einer Wasserfall-Geschwindigkeit von ~100 Zeilen/s entspricht das etwa 5–6 Pixeln pro Frame.
Was man nicht sieht:
Nichts Nützliches über den Inhalt. Die Sprache ist TEA2-verschlüsselt (128-Bit), Metadaten (GSSI, Netznummern) sind ebenfalls verschlüsselt. Das Spektrum zeigt nur: hier ist ein aktiver TETRA-Kanal, hier nicht. Mehr nicht.
Was das bringt:
Verständnis für die Technologie. Man sieht mit eigenen Augen, dass TDMA kein abstraktes Konzept ist — sondern tatsächlich vier separate Zeitfenster auf derselben Frequenz. Das ist der Wert dieser Übung: nicht Abhören, sondern Verstehen.
Technische Hintergründe: TETRA & BOS-Digitalfunk · TEA2 & Verschlüsselung.