NOAA-Wettersatelliten senden seit Jahrzehnten auf 137 MHz — unverschlüsselt, mit einer Leistung die ausreicht, um sie mit einem 20-Euro-RTL-SDR-Stick und einer selbstgebauten Antenne zu empfangen.
Das Setup:
RTL-SDR Blog v3, ein V-Dipol aus zwei Teleskopantennen (jeweils 53 cm für 137 MHz), und SDR++ auf Linux zum Empfang. Die Dekodierung übernimmt noaa-apt — eine modernere, aktiv gepflegte Alternative zu WXtoIMG.
Ablauf:
Überflugzeit berechnen mit Gpredict oder heavens-above.com. Typischer Überflug dauert 10–15 Minuten. In SDR++ IQ-Aufnahme (WAV) starten, kurz vor dem Überflug. Frequenz: NOAA 19 auf 137.100 MHz, WFM, Bandbreite 40 kHz. Nach dem Überflug WAV in noaa-apt dekodieren — Ergebnis: ein Satellitenbild in schwarz-weiß oder IR-Falschfarbe.
Was ich gelernt habe:
Der erste saubere Durchgang hat drei Versuche gebraucht. Hauptproblem: schlechter Elevationswinkel. Der Satellit muss mindestens 15–20° über dem Horizont sein. Berliner Flachdach ohne Sichtlinie nach Norden kostet einige dB.
Das Satellitenbild selbst ist kein Ersatz für professionelle Wetterdaten — aber ein Bild, das man selbst empfangen hat, hat einen anderen Wert. Und das Live-Mitverfolgen im Wasserfall-Diagramm während des Überflugs ist jedes Mal befriedigend.
Vollständige SDR-Einrichtung: SDR-Empfang Guide.